Klein-Winternheim weiht 3,8 Kilometer langen Panoramaweg ein

Besonders begeistert waren die etwa 70 Mitwanderer bei der Eröffnung des Panoramawegs von der Weinbergsschaukel am Ende der bergauf führenden Strecke.
Foto: hbz/Kristina Schäfer

KLEIN-WINTERNHEIM -Mit dem neu entwickelten „Panoramaweg“ hat Klein-Winternheim seinen „ersten offiziellen Wanderweg“, wie Ortsbürgermeisterin Ute Granold nicht ohne Stolz bei der Einweihung des 3,8 Kilometer langen Rundkurses betonte. Ein kurzes Stück verläuft er parallel zum „Kleinen Mainzer Höhenweg“ des Deutschen Alpenvereins, ist angebunden an das Wanderwegenetz der Verbandsgemeinde und wird in Kürze auch auf deren Homepage zu finden sein.

Beton- und Wiesenwege

Am Samstag wurde die über Beton- und Wiesenwege führende Strecke mit etwa 70 Mitwanderern gebührend eingeweiht, nachdem das Saxofon-Septett des Musikvereins, dirigiert von Konrad Meier, den musikalischen Startschuss gegeben hatte. Am Kreuz in der Kreuzstraße, Ausgangs- und gleichzeitig Zielpunkt, erläuterte die Ortsbürgermeisterin zunächst die Infotafel: Neben einem Orts- und Lageplan zeigt sie Routenbeschreibung und kurze Erläuterungen zu zehn besonderen Punkten entlang des Weges. Demnächst werden dazu per QR-Code kleine Filmsequenzen abrufbar sein, die in Bild und Ton diese Punkte vorstellen. Außerdem gibt es Hinweise zum seit 450 Jahren belegbaren Weinbau in Klein-Winternheim.

ZAHLEN & FAKTEN

Länge: 3,8 km

Markierung: Weintraube und dunkelrote Wegweiser mit weißer Schrift „Panoramaweg“

Recht einfach zu begehen über Beton- und Feldwege

Zehn historische Punkte am Wegesrand (Erläuterungstafeln kommen noch) Wingertsschaukel, Rastplatz

Kosten: etwa 7000 Euro plus 2500-Euro-Spende (Haybachbasar-Team)

Die historischen Fakten hat Ortshistoriker Franz Josef Becker zusammengetragen. Er berichtete während der Wanderung von mancher Begebenheit, erzählte etwa die Legende vom Reiter, der der Christusfigur am Feldkreuz nahe dem Hof von Alban Becker (an der Neuen Chaussee, Punkt zwei) den Kopf abschlug und diesen Frevel mit dem Leben bezahlte. Oder erinnerte an den Brückenkopf (Punkt vier), der im Zweiten Weltkrieg zwar gebaut wurde, doch nie zum Einsatz kam.

Sind historische Begebenheiten meist nur durch mündliche oder schriftliche Erläuterungen wieder zum Leben zu erwecken, so kann der Wanderer andere Punkte sehr real erleben. Vor allem die große Schaukel am Ende der bergauf führenden Anfangsetappe stieß sofort auf große Begeisterung – hat man dort doch einen entspannten Blick weit über Rheinhessen. Die großzügige 2500-Euro-Spende des Haybachbasar-Teams anlässlich seines zehnjährigen Bestehens half, diese Attraktion mitzufinanzieren. „Wir sagen damit Danke für die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Verwaltung“, betonte Antoinette Malkewitz vom Team.

Weiter ging’s zum Wingertshäuschen, der höchsten Stelle des Rundweges. Hier stehen jetzt Tisch und Bänke für eine Rast bereit, und der Drei-Morgen-Hof erwartete die Wanderer mit einem Umtrunk. Immer geführt von den „Panoramaweg“-Hinweisschildern (weiße Schrift auf dunkelrotem Grund neben einer Traube) führt der Weg über die Quelle hinunter zur Mariengrotte, danach zu „Haddes Grillacker“ mit dem Hexenhäuschen, wo ein alter Pflug eine neue Heimat gefunden hat, und schließlich entlang des Haybachs zurück zum Ausgangsort.

Genau hinschauen

An einigen Stellen muss man genau hinschauen, um die kleinen Wegweiser an Pfosten oder Wingertspfählen zu entdecken. Wenn nötig wird hier sicher noch nachgebessert, und zudem werden in einem nächsten Schritt an allen Stationen Feldsteine mit Erläuterungen zum jeweiligen Ort aufgestellt, erklärte Granold. Zuallererst zeigte sie sich jedoch froh, dass in Kooperation und mit Unterstützung von vielen – Bauernverein, Jagdpächter, Geschichtsverein, Haybachbasar und Musikverein – der Panoramaweg konzipiert und eröffnet wurde und offenbar bei den Bürgern Anklang findet.

Diese Webseite verwendet Cookies, um Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Informationen darüber, wie Sie diese Webseite verwenden, werden an Google weitergegeben. Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Zustimmen