Zehn Jahre Online-Abi – Mainzer Ketteler-Schule zieht Bilanz

Feierstunde anlässlich des Jubiläums „10 Jahre Abitur Online“ am Ketteler-Kolleg – hier mit der Begrüßung durch Ordinariatsdirektorin Gertrud Pollak. Foto: hbz/Kristina Schäfer

MAINZ „ -Non, je ne regrette rien“ (Nein, ich bereue nichts), singt Madeleine Lienhard stolz; Lebensfreude schwingt in jeder Silbe des mit dem Timbre einer Edith Piaf gesungenen Chansons. Kein Wunder, spielte und intonierte die Schauspielerin und Sängerin und seit 2014 auch Online-Abiturientin Lienhard doch die französische Diva bereits auf den großen Bühnen der Republik.

Treffender könnte ein Liedtitel an diesem Abend kaum sein: Zehn Jahre „Abitur Online“ am Ketteler-Kolleg und -Abendgymnasium sind tatsächlich alles andere als ein Grund zur Reue. „Rund 100 Menschen haben in den letzten zehn Jahren ihr Abitur Online bestanden, weitere 50 die Fachhochschulreife erlangt“, sagt Schulleiterin Antje Schwebler. Zur Jubiläumsfeier kamen nun noch einmal Wegbereiter, Lehrer und Absolventen zusammen, um die Erfolgsgeschichte „Abitur Online“ Revue passieren zu lassen.

2007 fiel am Ketteler-Kolleg der Startschuss in Rheinland-Pfalz; mittlerweile bieten auch die Kollegs Koblenz und Speyer ein Abitur Online an. Die Online-Variante des zweiten Bildungswegs richtet sich besonders an Menschen, die nur begrenzte Zeit am Abendgymnasium verbringen können; sei es aus beruflichen, geographischen oder erzieherischen Gründen. „Die Studierenden verbringen zwei Tage die Woche entweder vormittags oder abends am Kolleg“, erklären die Lehrkräfte Ingrid Skala und Barbara Ansinn, die die Entwicklung des Programms maßgeblich mitgestaltet haben. „Die andere Hälfte der Unterrichtszeit gestalten sie bei flexibler Zeiteinteilung im betreuten Selbststudium online über eine Lernplattform.“ Die gerade zu Beginn geäußerte Kritik der „digitalen Entfremdung“ könne heute, zehn Jahre später, zerstreut werden, so Ansinn. „Oft lernten wir die Studierenden sogar viel schneller und besser kennen als im Frontalunterricht.“

Uwe Steinhauer erzählt dankbar von seiner Abiturzeit: „Es war unheimlich motivierend.“ Der Bäckermeister aus der Nähe von Bad Kreuznach gehört zum ersten Online-Abiturjahrgang am Ketteler-Kolleg. Die Hälfte seiner drei Schuljahre absolvierte er dabei nach der Arbeit in der Backstube am heimischen PC. „Gerade das Abitur-Online zeigt, das es keine Lebenssituation gibt, die Bildung ausschließt“, fasst Diözesanadministrator Prälat Dietmar Giebelmann zusammen und betont: „Bildung ist eine Lebensaufgabe.“

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