Der Nachhall einer Urkatastrophe

VERDUN Gutenberg-Gymnasiasten sehen in Frankreich-Exkursion Beitrag zur Friedenserziehung

MAINZ -Dass der 1. Weltkrieg eine wichtige Rolle im Geschichtsunterricht spielen sollte, ist unwiderlegbar. Das Gutenberg-Gymnasium Mainz setzt nun seit einigen Jahren einen besonderen Schwerpunkt der Erinnerungskultur – seit 2013 unternimmt die gesamte Jahrgangsstufe 9 eine eintägige Exkursion nach Verdun, die intensiv vor- und nachbereitet wird.

Kein Foto und kein Film können die Live-Besichtigung in Verdun ersetzen“, sagt Cornelia Konietzko, die die Fahrten nach Verdun ursprünglich initiiert hat.

Dort besuchen die jungen Leute nicht nur ehemalige Schlachtfelder, sondern auch den Soldatenfriedhof, das Gebeinhaus, das Fort Douaumont und das neu eröffnete Museum Mémorial. Hierbei soll den Schülerinnen und Schülern deutlich gemacht werden, warum der Erste Weltkrieg 1914-1918 von Historikern als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird.

Als besonderer Akzent in diesem Jahr, eingeläutet durch ein Klavierstück und von den Kindern vorgetragenen Texten, gilt die nun eröffnete Ausstellung „14/18 – mitten in Europa“ im Foyer der ersten Etage des Gymnasiums, welche vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gestaltet wurde. Diese kann noch bis kurz vor den Herbstferien besichtigt werden. „In der heutigen Zeit ist es schwierig für die Kinder, noch Zugang zu dem Thema zu bekommen“, vermutet Martin Russ von der Fachschaft Geschichte. „Hiermit wird ein wichtiger Beitrag zur Friedenserziehung geleistet.“

Weiterhin hat es sich seit 2014 etabliert, dass sich zwei Schülerinnen oder Schüler an der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag beteiligen, um dort selbstverfasste Texte vorzutragen. Auch Ulrich Johann vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist von der Zusammenarbeit begeistert: „Die Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit ist sehr wichtig. Mit dem Gutenberg-Gymnasium haben wir einen guten Partner gefunden“. Auch vonseiten der Schülerinnen und Schüler gebe es großes Engagement und ausschließlich positive Rückmeldungen, bestätigt Geschichtslehrerin Birgit Deick: „Weil der eine Exkursionstag von 7 bis 19 Uhr nicht ausreicht, werden die Fahrten auf zwei Tage verlängert.“

Am Ende der Eröffnungsfeier fordern die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c, die im letzten Schuljahr an der Exkursion teilnahmen, zu einer Schweigeminute für die Opfer von Verdun auf. Eine schöne Geste.

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