AZ-Kolumnistin Mara Pfeiffer über ihren ersten Roman, die Figuren und ihren wichtigsten Kritiker

Im Schatten des Theaters: Viele Mainzer Orte und Begebenheiten spielen in Mara Pfeiffers 05-Krimi eine Rolle. Foto: hbz/Judith Wallerius

MAINZ -Sie muss sie ziehen lassen. Johanna und ihren Sohn Luca, Anda, Hans und natürlich Jonas. Sie haben Mara Pfeiffer monatelang begleitet, aber nun steht ihr Schicksal fest, fixiert zwischen zwei Buchdeckeln. "Im Schatten der Arena", der erste Roman der AZ-Kolumnistin, ein Krimi im Umfeld von Mainz 05, steht jetzt in den Buchregalen der Läden.

"Das war ein großartiges Gefühl, als die Kiste mit den Belegexemplaren ankam", erzählt die 39-Jährige. Und das auch noch am Tag des Dortmund-Spiels, als Mainz 05 den Nicht-Abstieg perfekt machte. "Hier das Spiel im Fernsehen, da die Kiste, da hab' ich gedacht, das wird ein guter Tag." Jetzt sei sie vor allem eins: müde. Und doch sei es das Schwierigste gewesen, das Buch abzuschließen, die Figuren gehen zu lassen.

LESUNGEN

An diesem Freitag, 18. Mai, um 17.30 Uhr findet die Premierenlesung des Mainz-05-Krimis von Mara Pfeiffer im Mainzer Hugendubel, Filiale Am Brand, statt.

Eine weitere Lesung ist für nächsten Dienstag, 22. Mai, 19 Uhr, geplant. Dann liest Pfeiffer im SPD-Neustadt-Laden.

Am Donnerstag, 7. Juni, liest Mara Pfeiffer dann bei einer Benefiz-Veranstaltung der DKMS in der Lotto-Rheinland-Pfalz Loge in der Opel Arena.

Widmungen für Eintracht-Fans

Doch jetzt sei es auch ein "cooles Gefühl", dass die Geschichte rund um den Tod des Sportjournalisten Jonas draußen sei, dass sie gelesen werde, sagt Pfeiffer. Und die ersten Rückmeldungen kommen aus überraschenden Richtungen: "Ich habe schon einige Widmungen für Eintracht-Fans verfasst", erzählt die Autorin. Auch Anhänger des HSV und von Bayer Leverkusen hätten sich schon mit Fotos ihrer Exemplare gemeldet. Über die Sozialen Medien sei sie eben durch ihre journalistische Arbeit rund um Mainz 05 mit vielen Fans bundesweit in Kontakt, was das bundesliga-weite Interesse an dem Regionalkrimi erkläre, in dem sonst vor allem die Begebenheiten in Mainz durch Personen und Ereignisse allgegenwärtig sind.

Aus der Lokalpolitik genauso wie durch Geschehnisse rund um Mainz 05 und die Orte, an denen sich die Journalistin Johanna aufhält, um den Tod ihres Kollegen und Freundes aufzuklären. Immer wieder ist sie dabei im Haddocks in der Neustadt, wo auch Pfeiffer schon so einige Stunden verbracht hat. Und was steckt sonst von Mara Pfeiffer in Johanna Zinn? Pfeiffer muss einen Moment überlegen. "Die große Klappe ist definitiv von mir, ich glaube, ich könnte gar keine andere Hauptfigur machen. Und das sehr Emotionale, das stark Verbalisierende." Bei manchen Figuren sei es auch so, dass ihre Rolle anders geworden sei, als geplant, weil sie beim Schreiben gemerkt habe: Das funktioniert.

Gefühl für Verein und Stadt wiedergeben

Viel Feedback habe es noch nicht gegeben, erzählt Pfeiffer, aber das 250-Seiten-Buch sei ja auch erst seit einigen Tagen zu kaufen. Die wichtigste Einschätzung habe es aber ohnehin schon vor der Veröffentlichung gegeben: Ihr Mann Alexander, seines Zeichens Autor zahlreicher Wiesbaden-Krimis, habe als inoffizieller zweiter Lektor fungiert. "Das war besonders wichtig, um zu sehen, ob das Buch auch als Krimi funktioniert und nicht nur als Geschichte", erklärt sie. Sie selbst sei nämlich keine klassische Krimi-Leserin, oft fehlten ihr dort gewisse Sachen. So habe sie sich ganz bewusst für ein ruhigeres Erzähltempo entschieden und ihren Stil mit vielen Dialogen. "Jetzt wird es spannend, ob es den Lesern gefällt."

Das Buch solle das Gefühl für den Verein und die Stadt wiedergeben, aber auch Denkprozesse anstoßen. "Ich wollte nicht nur eine Geschichte gut erzählen, sondern auch inhaltlich etwas damit verbinden", sagt Pfeiffer. Und wer weiß, vielleicht ist der Abschied von den Figuren ja nicht auf Dauer. Auserzählt seien die Figuren jedenfalls nicht, ist sich Pfeiffer sicher.

Diese Webseite verwendet Cookies, um Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Informationen darüber, wie Sie diese Webseite verwenden, werden an Google weitergegeben. Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Zustimmen