Welle der Hilfsbereitschaft für gestrandete „Danielo“-Familie in Bad Kreuznach

BAD KREUZNACH -Große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung hat den Menschen des in Not geratenen Wanderzirkus Danielo auf der Pfingstwiese ein Weihnachtsfest beschert, bei dem für kurze Zeit die schlimmsten Sorgen vergessen waren. Viele Bürger gaben Lebensmittel oder kleine Weihnachtsgeschenke für Alisha, die dreijährige Enkeltochter von Zirkuschefin Monja Rojan ab. Heuballen und Stroh für die Ponys und Lamas spendeten Thilo Krapf vom benachbarten Reiterhof sowie die Landwirte Björn und Hermann Borninger aus Ellern. Den Transport aus dem Hunsrück hatte Dieter Reinhardt mit einem Transportfahrzeug der Firma Bott organisiert. „Damit hätten wir nie gerechnet, wir danken allen ganz herzlich“, ist Zirkuschefin Monja Rojan gerührt. Eine erneute großzügige Unterstützung gab es vom Rotary-Club Bad Kreuznach-Nahetal, der schon vor den Feiertagen die 600 Euro Kaution für den Wasser- und Stromanschluss übernommen hatte. Jetzt hatte Präsident Helmut Schmidt Monja Rojan zu einem Großeinkauf bei einem Discounter begleitet, bei dem die 46-Jährige den ganzen Kofferraum mit Lebensmitteln vollladen konnte. Rund 400 Euro hatten die Rotarier dafür zur Verfügung gestellt. „Das entspricht unserem Wahlspruch“, unterstrich Schmidt, dass man sich bei der Weihnachtsfeier des Clubs einig war, die Zirkusfamilie zu unterstützen. Einige rotarische Freunde hatten daher sofort am nächsten Morgen bei Landwirten Futterbestellungen aufgegeben oder Lebensmittel gespendet.

Was Schmidt richtig in der Seele wehtut, ist das Verhalten der Behörden, die sofort mit einem fünfstelligen Zwangsgeld drohten, nachdem der Zirkus auf der Pfingstwiese gestrandet war. Ausdrücklich wolle man sich nicht in die rechtliche Situation einmischen, ein bisschen mehr Menschlichkeit hätte sich Schmidt aber dennoch im Umgang mit der in Not geratenen Familie gewünscht. Auch Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer, mit der er zwischenzeitlich telefoniert hatte, hätte sich nach seiner Auffassung einmal auf der Pfingstwiese blicken lassen können.

Rotarier Schmidt will die Zirkus-Chefin nun in der ersten Januar-Woche auch zum nächsten Termin bei Stadtrechtsdirektorin Heiderose Häußermann begleiten, bei der die Zirkuschefin mögliche Ausweichquartiere nennen soll. Mit ihren Söhnen bemüht sie sich intensiv um einen neuen Platz zum Überwintern. Gespräche sind geführt, eine feste Zusage hat sie aber noch nicht.

Wie ein Floh unter Elefanten

Alleine traut sich die 46-Jährige nicht mehr zur Stadtverwaltung, nachdem sie beim ersten Gesprächstermin einer einschüchternden Phalanx aus gleich einem Dutzend Vertretern von Stadt- und Kreisverwaltung, Polizei und Abschleppunternehmen konfrontiert sah. Da habe sie sich „wie ein Floh unter Elefanten“ gefühlt.

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