Bühnenduell von Hip-Hoppern und Gardetänzern

WEISSE FRÄCK Bei Jugendsitzung betreten auch Cheerleader und Männerballett nacheinander die Bretter / Viele Selfies und extra eingerichteter Hashtag

Mit fetzigem Hip-Hop begeisterte die Gruppe „Riskality“ vom VfL Bad Kreuznach auf der Bühne der Weisse Fräck. Foto: Heidi Sturm

BAD KREUZNACH -Das vierte Hallenbeben hatte noch nicht richtig begonnen, da stand der restlos ausverkaufte Saal schon Kopf. Mit Kreischen, Pfeifen, Trampeln und begeistertem Klatschen machten die Jugendlichen das Motto der Weisse-Fräck-Jugendsitzung zum Programm. „Kreuznach feiert mehr als Malle, bei unsrer Party bebt die Halle“, riss Joshua Vogelsang das Auditorium zu ersten Ovationen hin. Der junge Moderator führte mit tollen Entertainerqualitäten durchs Programm, riss mit seinen Plaudereien hin und ersetzte dabei locker die üblichen Büttenreden. Dabei erwies er sich als echte „Rampensau“: Ein bisschen „widerborstig“, aber „tierisch gut“ und echt „specktakulär“. Die Sitzung sah er als „ein bisschen anarcho“, als Mischung aus Hallenbesetzung und Hausparty – und genauso anders wie dieser „Arbeitstitel“ war dann auch der Mix beim mitreißenden Programm. Als Ausmarsch die Titelmeldodie der „Big Bang Theory“, dazu Videos und jede Menge Selfies der Aktiven von der Bühne herunter zum Verteilen in den Sozialen Medien unter dem eigens eingerichteten #HB17 – und als krasser Gegensatz dazu ganz althergebrachte Saalfastnacht mit Bestuhlung und traditionellen Darbietungen.

Pilotprojekt entwickelt sich zum Erfolgsmodell

Ein überaus gelungener närrischer Spagat nach dem Motto: „Street Dance meets Garde“, Cheerleader treffen Männerballett oder Progressive-House meets klassischen Chorgesang. „Das war der ausdrückliche Wunsch der Jugendlichen“, betonte Annette Henschel, die zwar ein bisschen die erfahrene Hand über dieses Event hält, aber dem kreativen Team ansonsten freie Entfaltung ermöglicht. Sie ist regelrecht begeistert, wie schnell sich das einstige Pilotprojekt zum Erfolgsmodell gemausert hat. Erstmals waren schon im Vorverkauf alle Karten weg, zwei Verkaufstermine mussten gestrichen werden. „Unsere Karten wurden sogar für 15 Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt“, staunte sie über die Nachfrage.

NEUES KONZEPT

Nachdem es im Vorjahr zu Ärger vor der Halle gekommen war – der aber nichts mit der Jugendsitzung zu tun hatte – hatten die Verantwortlichen das Sicherheitskonzept verstärkt. Zehn Security-Leute und dazu jede Menge gestandene Männer der Weisse Fräck waren vom Parkplatz bis zur Halle im Einsatz. Es gab Taschenkontrollen. Der Eingang war mit einem „Käfig“ abgeschirmt, hier durfte später keiner mehr hinein.

Das Mindestalter hatte man auf 14 Jahre erhöht, so hatte man um 22 Uhr auch keine Probleme mit dem „Aussortieren“ von Jugendlichen, die dann nach Hause gemusst hätten. Die Kartenzahl hatte man auf 450 begrenzt, dazu kamen noch die rund 50 „eigenen Jugendlichen“.

Die Erwartungen wurden voll erfüllt: Mit fetzigem Hip-Hop rockten die VfL-Gruppen „Riskality“ und „Beat’n’Risk“ die Bühne. Die „BKC Cheerleader“ begeisterten mit atemberaubenden Pyramiden und Stunts. Das tolle Kontrastprogramm boten „WF Thunder“ mit einem Gardemarsch, die „WF Butterflies“ mit einem Showtanz und die Schornsteinfeger des Fürfelder Männerballetts El Toreros als verwegene Glücksbringer. Klasse war auch das Musikprogramm: Bei Marie Buddes „Mercy“ und „Shape of you“ flammten die „Handyfeuerzeuge“ auf, Joshua Kirkland riss mit „Closer“ und „Let me love you“ mit. Mit Wahnsinnsröhre und mitreißender Bühnenpräsenz sorgte Anastacia Gräff bei „Crazy in Love“ und „Bonfire“ für Furore. Da standen die Einhörner, Super-Marios, Schneewittchen und all die anderen Gäste vor Begeisterung auf den Stühlen und feierten. Partystimmung pur herrschte auch bei den Hofsängern, die nach dem Oktoberfest-Kracher „Hulapalu“ noch mit ihren Kreuznacher Hymen zum Schunkeln und Singen mitrissen.

Den Schlusspunkt setzten „V6“ und „7Rips“. Die beiden neu gegründeten Gesangsgruppen aus den ehemaligen „Young Finalis“ der Winzenheimer Jerrys begeisterten mit „Everybody“ und „Wanna be“, bevor es dann im Konfettiregen zur „Hausparty“ mit DJ Ringelstein in die WF-Bar ging.

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