„Sternchen“ strahlen in Narrhalla
31.01.2012 - WEILER
Von Wolfgang Muskau
CARNEVAL-CLUB WEILER Tanzdarbietungen und vierfarbbunter Kokolores reißen Publikum mit
Ein gut aufgelegtes Publikum war beim Carneval-Club 1956 Weiler zu Gast. Aufmerksam verfolgte es die Beiträge der Aktiven, reagierte spontan auf Pointen und geizte nicht mit Applaus.
Den Auftakt machten die Kleinsten der Kleinen, die „Sternchengarde“. Im zweiten Jahr auf der Bühne zeigten sie, welches Potenzial bereits in ihnen steckt. Die männlichen Pendants, die „Rosenkavaliere“ eroberten als Piraten das Narrenschiff und die Herzen.
Gardetanz in Vollendung präsentierte die Prinzengarde. Locker, leicht und dennoch exakt sind sie zurecht der Stolz des Präsidenten und des Clubs. Als Flugbegleiterinnen stellten die „Dance Girls“ tänzerisch die Sicherheitsvorkehrungen dar und nahmen alle mit auf ihren Höhenflug.
Die „Funny Steps“ machten eine tänzerische Zeitreise durch die letzten vier Disco-Jahrzehnte und ließen manche musikalische Erinnerung wieder aufleben, mit Erläuterungen zu den Epochen durch DJ Mirko Karl. Zu später Stunde entführte die Showtanz-Garde, eine erweiterte Formation der Garde, das Auditorium ins Reich der Pharaonen und der Cleopatra. Anmutig und ausdrucksvoll erfreuten sie ihre Königin mit ihren Tänzen.
Voller Spannung erwartete das Publikum das CCW-Männerballet. Das bestätigte mit seiner getanzten Flucht Pamela Andersons und David Hasselhoffs vor den Paparazzi seinen hohen Leistungstand.
Den Rednerreigen eröffneten die Debütantinnen Lea Schieferstein und Franzi Munzlinger mit einem Zwiegespräch. Aus verschiedenen Gesellschaftsschichten kommend, plauderten sie über ihre Erfahrungen in Schule, Familie und Freizeit. Etwas Ungewöhnlich: Das Erscheinen von „Barbie und Ken“ (Annika May und Gerd Conrad) als Handpuppen. Nach der Verwandlung mittels Zauber-Narrenkappe in Menschengestalt fanden sie sich in einem riesigen Spielzeugladen voller „Kasperles“ wieder. Im Elferrat sehen sie Playmobil der zweiten Wahl, das nur zum Fläschchengeben taugt.
Der Fahnenträger des Clubs, Rainer Mack, nimmt sich als kleiner Mann in der Hierarchie den Mut, zu sagen, was ihm missfällt. „Hildegerd von Bingen“, der kleine Bruder von Hildegard, zeigt auf, wer tatsächlich die Fäden in dieser Zeit sponn. Noch weiter zurück blickt „Steinzeitfrau“ Nicole May mit einer halben Portion Mann im Schlepptau. Sie war 1 500 Jahre lang im Gletscher eingeschlossen, ist aber nicht verwandt mit Ötzi. Der muss nach ihrer Überzeugung ein Deutscher gewesen sein, denn nur die gingen mit Sandalen in die Alpen.
„Hast Du meine Kuh gesehn?“, fragt Rama Buddha alias Thomas Marra, sucht sein Rindvieh und bringt den Saal ein ums andere Mal zum Toben. Einen Ausflug auf die Reeperbahn machten die „Blue Notes“ mit bekannten Liedern von Kiez und Waterkant. Einen Einblick in die Seniorenresidenz für altgediente Fastnachtsstars gewährten die „Hofsänger“ des CCW. Was Hausmeister und die „Altenpflegerin“ mit Herbert Bonewitz, Fraa Babbisch unn Fraa Struwwelig, Margit Sponheimer, dem Boten vom Bundestag und den anderen Obernarren so alles erleben, entpuppt sich bald als politisch-literarische Fassenacht mit treffenden Texten - ein überzeugender Höhepunkt in der Weilerer Fastnacht.

