Magische Momente im Narrenzirkus

MKG Münsterer Karnevalgemeinschaft startet mit Sitzungspräsident Norbert Welschbach durch / Protokollerin greift als Schlachtross die Fusion an

Die „Chaotischen 4“ (C 4), hinter denen sich (v.l.) Norbert Welschbach, sein Bruder Andreas, Sohn Mark und Felix Krumm verbargen, brachten die Stimmung in der Narrhalla zum Kochen. Foto: Beate Vogt-Gladigau

BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG -„Helow again“ von Howard Carpendale war gestern. „Helau again“, wie Sitzungspräsident Norbert Welschbach sonor intonierte, aber ist heute, und es war die Grußformel des Sitzungspräsidenten der Münsterer Karnevalgemeinschaft (MKG), Norbert Welschbach. Für ihn war diese Position ein Debüt, da Willy Jänig in den Narrenruhestand ging (Bericht folgt). In der Bütt allerdings ist Welschbach ein Urgestein.

„Vorhang auf, Manege frei, mittendrin statt nur dabei“

Die erste Prunksitzung der MKG in dieser Kampagne feierten die Münsterer Narren, angestachelt vom neuen Präsidenten am Elferratstisch, (die zweite folgt am 3. Februar) mit herrlichen Beiträgen, gespickt mit Lokalkolorit, pfiffigen Ideen, tollen Auftritten in der Bütt, Sketchen, Liedern und Tanz in einem schwindelerregenden Narrenkarussell gemäß dem Motto „Vorhang auf, Manege frei, mittendrin statt nur dabei“. Die donnernden Helaus waren der Lohn für die Aktiven. Dennoch warb Welschbach um noch mehr Mitstreiter, „die sich berufen fühlen“, zu Ehren von Gott Jokus mitzustreiten. „Ein Narr zu sein, glaubt mir’s, ist einfach genial!“

NÄRRISCHE MITSTREITER

Musik, Tanz und in der Bütt: Die „Midis“ mit einem Clown-Tanz (Trainerin Sarah Valerius); die große Garde mit einem Marsch und einem Show-Tanz einschließlich Löwen und Dompteur (Sarah Valerius, Christin und Julia Jänig); Jürgen Pollack und Michael Hoff als Tierpfleger; Anja Krumm und ihr Sohn Felix mit der „Dressur eines schrägen Vogels“; die „Alten von der Muppetsshow“ mit Fabian Lorenz und David Erhard, Carina Wolf, Ann-Christin Jeblick und Benedikt Butz.

Thema in der Sitzung war natürlich auch die „Unterwanderung durch Kreuznacher Gässjer“, wie Welschbach scherzhaft mit Blick auf Alexander Jacob formulierte, der seit dem vergangenen Herbst das Kurhaus pachtete. „Befrei den Lade vom alten Muff!“ Eine Lobeshymne hatte auch Protokollerin Marina Wagner dem Gastronomen gewidmet. Als „Schlachtross von de MKG“ hatte Wagner die Manege betreten, das aber bald geschlachtet werden soll. Kein geringerer als „Metzger Heinrich (Bürgermeister Wolfgang Heinrich) aus Bad Kreuznach, der sowieso als „Abdecker“ sein Unwesen in Bad Münster am Stein-Ebernburg treibt, erledigt das mit dem Gaul ganz nebenbei. Der Gaul ging Marina Wagner auch durch, wenn sie an die Kanalgebühren oder die teuren Bus-Tickets dachte. „Das sind die Folgen, was a Hohn, aus den Verträgen der Fusion. In einem ham wir uns geirrt, dass dadurch etwas besser wird. Der Zirkus, der geht froh und heiter bis zum jüngsten Tag wohl weiter.“ Mit geballter Power und galoppierendem Zorn glossierte Wagner auch die lange Wartezeit, ehe auf Anfragen an Kreuznach auch Antworten kommen. Wenn überhaupt.

Die Saline Ost und die Malaisen drum herum waren nicht nur bei der Protokollerin ein Thema, sondern auch bei „Siegfried & Roy“. In die Rollen der beiden Magiergrößen und Dompteure aus Las Vegas waren mit Elan Carina Wolf und Mark Welschbach geschlüpft. Sie hatten aber nicht nur aus Versehen den Rheingrafenstein zu einem Steinchen „very klein“ verzaubert und unfreiwillig den Stadtteil in „Bad Münster am Kiesel“ umgetauft, sondern die Saline Ost zum Schweben gebracht. Die aber war heruntergekracht und schnell arg verschlissen. Das war der wahre Grund, weshalb sie abgerissen werden musste, verrieten die Illusionisten, die „aus Amerika an die Noh gefloh“, wie der Sitzungspräsident wusste. „Sie sind geflüchtet vor dem extremen Präsident, der mit dem aufgenähten Pony uffem Kopp erum rennt.“

Auch als Hypnotiseure versuchten sich die Gäste aus Übersee. Bei Malu Dreyer, um diese dazu zu bewegen, mehr Geld für BME auszuspucken, scheiterte das Vorhaben grandios. Einen weiteren Versuch werden sie jetzt aber mit der Kreuznacher OB unternehmen, „damit künftig die Gelder aus Mainz direkt nach BME durchgewunken werden“.

Mit einer herrlichen Parodie auf die Parodie, mit der die „Wochenshow“ von Sat 1 Furore machte, begeisterten Benjamin Butz als gut gelaunter Erklärbär und Christian Rapp als sein mies gelaunter Aufpasser „Jüürgeenn“, der den Erklärbär mit seinem „Gela-Bär“ total niedermachte. Den beiden Komikern in der Bütt gelang ein herrlicher Sketch mit Münsterer Touch.

Als Sangeskünstler brachten Norbert Welschbach, sein Bruder Andreas, sein Sohn Mark und Felix Krumm die Arena zum Kochen. Der Name des Quartetts: „Die Chaotischen 4“, oder auch kurz „C 4“. Mit C 3 kann man Dinge in die Luft sprengen, mit „C 4“ wurde der Saal zum Kochen gebracht.

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