Marschall: Ganz phantastische Sache
(wm) - Ihren ersten Probelauf nahm die Sache im Ortsbeirat: Der Antrag der CDU-Fraktion, eine "Trainingsstrecke für Walker und Jogger" einzurichten, wurde vom Ortsbeirat zum Prüfantrag an den Magistrat umgewandelt, der dann einstimmig verabschiedet worden ist. Doch davor gab es eine längere Diskussion, die aufzeigte, wie schwerfällig einiges seinen Lauf nimmt, was zunächst ganz gut ankommt. Doch wenn es mit einer Schildanbringung versehen sein könnte, steht der warnende Hinweis "Bauantrag" neben der guten Absicht.
Der Prüfantrag sieht vor, "eine mit Hinweistafeln und Kilometermarkierungen versehene Trainingsstrecke für Walker und Jogger in Feld und Wald oberhalb der Straße von Diedenbergen nach Wallau einzurichten. Wenn möglich, sollte es drei Schwierigkeitsstufen (unterschiedlich lange Strecken, das heißt circa fünf, acht und elf Kilometer) geben. In der Nähe des Tennisgeländes oder des Fußballplatzes wären geeignete Ausgangspunkte vorhanden."
Die Begründung geht auch auf die bereits beobachtete Gewohnheit von Bürgern in Diedenbergen ein: "Die aufgeführten Bereiche ... werden bereits von vielen Walkern und Freizeitläufern genutzt, die so ihre persönlichen Trainingserfolge messen könnten."
Das Ganze einzurichten, könnte auch etwas kosten. Das hat die CDU-Fraktion auch bedacht und führt an: "Man könnte die Kilometersteine und Infotafeln über Bürgerpatenschaften oder Firmensponsoring finanzieren." Auf denn!
Nach Aussprache im Ortsbeirat, sollte sich auch damit der Magistrat befassen. Es gab einige Bedenken um den Antrag: Die Aufkommens- und Versicherungspflicht müsse beachtet werden. Ortsvorsteher Ernst machte auf die Schilder aufmerksam. Müsse es dafür eine Baugenehmigung geben? Vermutlich ja: "Für die Willkommensschilder am Ortseingang brauchen wir eine Baugenehmigung", beschied Erster Stadtrat Wolfgang Exner den Ortsbeirat und ergänzte vieldeutig mit Humor und Verwunderung, "wir sind hier in Deutschland!"
Er gab dem Antrag noch einige Anregungen mit auf den Weg: "Schilder nach dem Muster vom Regionalpark-Laufweg. Man sollte auch die Abstimmung über die Trainingsstrecke mit dem Ortslandwirt suchen!" Er ahnt nämlich, was es geben könnten: "Massiven Konflikt bei unterschiedlicher Nutzung von Wegen!" Beispiele dafür liefert in Frühling und Sommer das Hochfeld. Diese Mahnung verlängerte ahnungsvoll der Ortsvorsteher: "Wir müssen uns darüber klar sein, was wir damit ins Rollen bringen!" Fehlte nur noch der Hinweis auf "Diebstahlversicherung".
Aber der kam prompt von ihm.
Jetzt ahnte auch Wolfgang Marschall, CDU, einen Teil der Schwierigkeiten, die dieser an sich flott gemeinte und auf Sportlichkeit hinzielende Antrag machen könnte: "Der Magistrat soll die Sache erst prüfen, dann sehen wir weiter!" Dann kam ein Witz auf, der aber zeigte, wohin die Trainingsstrecke führen kann: In den Winter, denn der nicht ernst gemeinte Vorschlag nach "Loipe?" fiel ebenfalls.
Die Stimmung war für den Antrag positiv: "Wenn's nichts kostet, dann machen wir's!"
"Kostenneutral" wäre dem Ortsbeirat am liebsten. Jetzt soll der Magistrat auch prüfen, was die Einrichtung kosten kann. Danach stellt sich die Frage nach dem Aufkommen dafür.

