Netzwerk-Profile nicht geschönt
15.04.2010 - MAINZ
PSYCHOLOGIE Forscher von Ergebnis überrascht
(dpa). Selbstbildnis via Internet: Die Teilnehmer sozialer Netzwerke wie StudiVZ oder Facebook verleihen mit ihren Profilen meist der eigenen Persönlichkeit Ausdruck und schaffen keine geschönte, künstliche Identität. Zu diesem Ergebnis kommt ein Psychologen-Team der Uni Mainz, das mit deutschen und US-amerikanischen Kollegen 236 Nutzerprofile untersucht hat.
"Die Ergebnisse haben uns selbst überrascht, weil sie der weit verbreiteten Meinung widersprechen, dass Online-Profile nur dazu verwendet werden, ein Ideal der eigenen Person zu präsentieren", erläuterte Teammitglied Mitja Back von der Uni Mainz. "Online-Profile vermitteln tatsächlich ein sehr genaues Bild der Profilinhaber."
Die Forscher erhoben mit Fragebögen die Eigenschaften der Profilbesitzer und ihre Vorstellungen davon, wie sie gerne wären. Dabei wurden fünf Persönlichkeitsmerkmale erfasst. Dann beurteilten Fremde die Profile und schilderten ihren Eindruck von der Persönlichkeit. Das Urteil der Fremden wurde mit den Antworten der Nutzer und dem idealisierten Selbstbildnis verglichen. "Es zeigt sich, dass die spontanen Eindrücke der fremden Beurteiler mit den tatsächlichen Eigenschaften der Profilbesitzer übereinstimmen", hieß es.


