Von Kirsten Strasser
Kaufhof verteidigt Vorgehen gegen "pro-israelische" Gegendemonstranten
Hat der Kaufhof in Mainz einer Gruppe von pro-israelisch eingestellten Menschen die Zuflucht verweigert? So jedenfalls stellt es die Antifaschismus-AG der Uni Mainz dar: Bei der Demonstration gegen die Militäroffensive der Israelis in Gaza am Samstag seien einige Demonstranten auf eine Gruppe von Leuten losgegangen, die mit Fahnen ihre Solidarität zu Israel bekundet hätten. Die Angegriffenen seien in den Kaufhof geflüchtet, dort jedoch von Polizei und Sicherheitsdienst aufgegriffen und mit Hausverweisen "bestraft" worden.
Christoph Niederelz, Geschäftsführer des Kaufhof in Mainz, schildert die Vorfälle allerdings anders. Die pro-israelische Gruppierung habe in seinem Haus nicht etwa Schutz gesucht, sondern sei unbefugt eingedrungen, habe sich in dem Übergang zwischen Waren- und Parkhaus in Stellung gebracht und dort eine Israel-Flagge entrollt. Sinn und Zweck der Aktion sei wohl gewesen, den am Kaufhof vorbeiziehenden Demonstrationszug zu provozieren - "und das ist auch gelungen", so Niederelz. Aufgebrachte Demonstranten hätten versucht, ebenfalls in den Kaufhof zu gelangen. "Es bestand kurzfristig die Gefahr, dass die Situation eskaliert", so Niederelz. Kunden hätten verschreckt reagiert, einige Kinder vor Angst geweint. "Die oberste Maxime war die Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter."
Kaufhaus-Detektiven, Mitarbeitern, Demo-Ordnern und Polizisten sei es mit vereinten Kräften gelungen, ein Zusammentreffen der beiden Gruppen zu verhindern. "Die Demo-Teilnehmer haben den Kaufhof auch sehr schnell wieder verlassen, und einige der anderen Gruppe auch", erklärt Niederelz. "Von etwa fünf Personen wurden die Personalien aufgenommen, und ihnen wurde ein einjähriges Hausverbot erteilt." Dass diese Leute friedliche Absichten hatten, bezweifelt Niederelz: "Sie waren vermummt und hatten Werkzeuge dabei, die dazu geeignet waren, andere zu verletzen."
Auch die Polizei geht davon aus, dass die sich als pro-israelische Gegendemonstranten ausgebende Gruppierung vor allem Unruhe stiften wollte. "Wir schätzen die Aktion als reine Provokation ein - sonst nichts", sagt Polizeisprecherin Heidi Nägel.

