Von Jacqueline Grünewald
Von Reifenwechsel bis Lichttest
Spätestens, als am Wochenende Schnee und Eis angekündigt waren, kamen viele Binger auf die Idee, ihr Auto auf Herz und Nieren durchchecken zu lassen. Die AZ fragte bei Autowerkstätten nach, was für die Sicherheit von Fahrer und Auto im Winter unabdingbar ist. Zweimal im Jahr kommt man um ihn nicht herum: den Reifenwechsel. "Gerade im November erleben wir einen Run", berichtet Stefanie Honrath, Automobilkauffrau im Autohaus Honrath in Sponsheim. "Egal, ob nach Terminvereinbarung oder spontan nach der Arbeit, die Kunden wollen ihre Winterreifen professionell gewechselt wissen." Dies bestätigt auch Klaus Berwiend, Werkstattleiter von Auto Teile Unger in Büdesheim. "Zwar kaufen bei uns viele Binger ihre Reifen, aber gewechselt wird beim Fachmann, der die nötigen Gerätschaften dafür hat und so ein sicheres Fahren garantieren kann." Zu beachten ist: Je mehr Profil der Reifen hat, desto besser ist die Bodenhaftung, der Bremsweg verkürzt sich und die Aquaplaning-Gefahr sinkt, da mehr Wasser durch die Profilrillen verdrängt werden kann. "Ein Reifenprofil von fünf Millimetern sollte es da schon sein", rät Serviceberater Thomas Neugebauer vom Autohaus Scherer in Bingen. "Ein Lichttest gehört auf jeden Fall zum Auto-Wintercheck dazu", sind sich die Binger Fachleute einig. Gerade Nebel und Dunkelheit erschweren die Sicht, die Überprüfung der Birnen kann da wertvolle Hilfe leisten. "Natürlich sollte auch die Windschutzscheibe sauber sein, gereinigte oder neue Scheibenwischblätter wirken manchmal Wunder", weiß Werkstattleiter Berwiend. Frostschutzmittel in der Wischanlage und im Kühler sind vor allem bei Autos Pflicht, die auch nachts draußen den Minus-Temperaturen ausgesetzt sind. Die herkömmlichen Frostschutzmittel halten übrigens mindestens minus 25 Grad Celsius aus. Bei Schnee kommt man allerdings ums Kratzen nicht herum und die Gefahr, die bei kleinen, freigekratzten Gucklöchern entsteht, dürfe man nicht unterschätzen, wissen die Binger Auto-Experten. Also lieber früher aufstehen und dafür sicher fahren. "Auch die Batterie sollte vom Fachmann vor dem Wintereinbruch überprüft werden, bevor das Auto auf einmal nicht mehr anspringt", sagt Scherer-Mitarbeiter Neugebauer. Vor allem im Winter gilt: Vor dem Einschalten von Radio, Klimaanlage und Co sollte der Motor gestartet werden. Zwar sind Autos mit Zentralverriegelung vor diesem Problem gefeit, aber alle anderen Autoschlösser können vereisen. "Deshalb am besten die Schlösser mit Glycerin schützen", weiß Neugebauer. "Und vor allem nicht bei Minusgraden in die Waschanlage fahren". Da dringt nämlich Wasser in die Schlösser, setzt sich dort fest und gefriert. "Im Winter passieren eindeutig mehr Unfälle", weiß Stefanie Honrath: Glatteis, erschwerte Sicht, Schnee und Dunkelheit. "Ein Auto-Wintercheck, der über das übliche Reifenwechseln hinausgeht, kann da mehr Sicherheit garantieren."

